11.10.2020 - Evolutionäre Unternehmens-Strategie

Blog und Fachbeiträge

Bereits 1859 wurde in der Evolutionstheorie über gesunde und nachhaltige Entwicklungen geschrieben. Die Grundprinzipien dieser Theorie finden auch heute noch in vielen Bereichen Anwendung. So auch in Strategien für nachhaltige, evolutionäre Unternehmensentwicklungen.

Im Gegensatz dazu ist heute im Zuge der «Digitalen Transformation» oft und gerne auch die Rede von einer «digitalen Revolution». Dies lässt ein wesentlich höheres Tempo der gesamten Wirtschaftsentwicklung vermuten und daher annehmen, dass evolutionäre Entwicklungsstrategien damit im Widerspruch stehen. 

In diesem Artikel gehen wir dem auf den Grund, betrachten die evolutionären Prinzipien der Unternehmensentwicklung und zeigen auf, wie die digitale Transformation unsere Unternehmensstrategien beeinflusst. 

 

< EVOLUTIONÄRE UNTERNEHMENSENTWICKLUNG >

«Evolutionäre Entscheider werfen das Bewährte nicht über Bord, um Platz zu schaffen für die disruptive Revolution. Das gilt auch für Krisenzeiten: Sie nutzen das, was funktioniert, um darauf aufzubauen und das Unternehmen mithilfe evolutionärer Prinzipien Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.» 
(Dr. Anke Nienkerke-Springer, vgl. KMU-Magazin Nr. 7/8, Juli/August 2020)

Die evolutionären Prinzipien setzen auf Nachhaltigkeit und sozial-ökologische Verantwortlichkeit. Genau diese Werte werden in der Gesellschaft zunehmend als wichtig erachtet und betrachtet. Dies bestätigt auch die jüngste Wahlanalyse (vgl. BFS, 2019

Wie bei den meisten Unternehmensstrategien, werden auch beim evolutionären Modell ökonomische Zielsetzungen, wie die Wertschöpfung, verfolgt. In der Ausgestaltung wird jedoch nicht primär das operative Alltagsgeschäft betrachtet, sondern die unternehmerische Zukunft verantwortungsvoll definiert mit Blick auf nachfolgende Kunden- und Mitarbeiter-Generationen. Somit stehen auch Prinzipien wie Sinnstiftung, Fairness, Transparenz und Potenzialentfaltung im Fokus. 

Beim evolutionären Management geht es nicht darum, klare Ziele und Strukturen seitens Management vorzugeben, sondern vielmehr geeignete Rahmenbedingungen auszuarbeiten um eine selbständige Entwicklung der Organisation und der Mitarbeiter zu ermöglichen. Dabei erinnern die neun evolutionären Prinzipien auch an agile Management-Methoden: Ausprobieren, Lernen, Baby Steps, Auswählen, Fragen und Hinterfragen, um nur einige zu nennen.

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Buchtipp: Evolution statt Revolution. Unternehmerische Zukunft verantwortungsvoll gestalten (Anke Nienkerke-Springer, Gabal Verlag, 2020, ISBN: 978-3-869-36963-1)

(Quellen: Wikipedia.org, «evolutionäres Management», August 2020 / Dr. Anke Nienkerke-Springer, vgl. KMU-Magazin Nr. 7/8, Juli/August 2020)

 

Unternehmens-Strategie in der digitalen Transformation

Leben wir heute also in einer VUKA-Welt, wie dies immer wieder betont wird? Einer Welt, in welcher Schwankungen (votality), Ungewissheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (ambiguity) den Alltag bestimmen. Wie wirken sich diese Anteile auf unsere Unternehmensplanung aus und mit welcher Strategie können wir den Überblick bewahren und die Parameter zu unseren Gunsten beeinflussen? 

Bereits der griechische Philosoph Heraklit hat festgestellt: «Nichts ist so beständig wie der Wandel». Auch viele Jahrhunderte später beschäftigte das Thema Veränderung die Menschheit: Darwin hat in seiner Evolutionstheorie drei Grundpfeiler festgehalten die besagen, dass 

  1. Jede Generation variierende Nachkommen (oder wir könnten auch sagen optimierte Produkte) hervor bringt, die sich bereits unterschiedlich gut an die neuen Bedingungen angepasst haben, 
  2. Die natürliche Selektion eine entscheidende Rolle spielt für eine nachhaltige und erfolgreiche Entwicklung. Denn nur die am besten ausgestatteten Individuen werden sich vermehren.
  3. Die neuen Nachkommen (oder Produkte) sich immerzu aufs Neue demselben Wettbewerb stellen werden.
     

Wer sich also auch heute an diese Grundprinzipien hält, mit agilen Methoden und iterativer Vorgehensweise stetig das Unternehmen weiterentwickelt und damit offen bleibt für alle Neuentwicklungen die noch kommen, wird sich auch in Zukunft und mit allen Ungewissheiten einer VUKA-Welt gut behaupten können.

 

 

 

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